Bauernregeln und Lostage im Jahreslauf

Der heutige oder nächste Lostag mit seiner Bauernregel und alle wichtigen Lostage von Dreikönig bis Weihnachten – mit Eisheiligen, Schafskälte, Siebenschläfer und Hundstagen.

Nächster Lostag in 31 Tagen

Allerheiligen · 1. November

„Allerheiligen Reif macht zu Weihnachten alles steif.“

11. Nov.: Martini25. Nov.: Katharina4. Dez.: Barbara

DatumLostagBauernregel
6. JanuarHeilige Drei KönigeIst bis Dreikönig kein Winter, kommt keiner mehr dahinter.
2. FebruarMariä LichtmessWenn's an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.
24. FebruarMatthiasMatthias bricht's Eis; hat er keins, so macht er eins.
11. MaiEisheiligen (11.–15. Mai)Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz.
25. MaiUrbanWie's Wetter sich an Urban verhält, so ist's noch zwanzig Tage bestellt.
8. JuniMedardusWas Sankt Medardus für Wetter hält, solch Wetter auch in die Ernte fällt.
11. JuniSchafskälteKaltlufteinbruch um die Junimitte, wenn die Schafe frisch geschoren sind.
24. JuniJohanniWie's Wetter am Johanni war, so bleibt's wohl 40 Tage gar.
27. JuniSiebenschläferDas Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag.
23. JuliBeginn der HundstageHundstage hell und klar zeigen an ein gutes Jahr.
10. AugustLaurentiusLaurentius heiter und gut, einen schönen Herbst verheißen tut.
24. AugustBartholomäusWie Bartholomäus sich hält, so ist der ganze Herbst bestellt.
8. SeptemberMariä GeburtZu Mariä Geburt fliegen die Schwalben furt.
29. SeptemberMichaeliRegnet's am Michaelitag, sanft der Winter werden mag.
1. NovemberAllerheiligenAllerheiligen Reif macht zu Weihnachten alles steif.
11. NovemberMartiniHat Martini einen weißen Bart, wird der Winter lang und hart.
25. NovemberKatharinaKathrein stellt den Tanz ein – letzte Feste vor der stillen Adventszeit.
4. DezemberBarbaraZweige schneiden zu Sankt Barbara, Blüten sind bis Weihnacht da.
13. DezemberLuciaSankt Luzia kürzt den Tag, so viel sie ihn kürzen mag.
21. DezemberThomasSankt Thomas bringt die längste Nacht.
25. DezemberWeihnachtenGrüne Weihnachten, weiße Ostern.

Die Sprüche sind überliefert; ihr Wortlaut unterscheidet sich von Region zu Region. Sie sind keine Wettervorhersage.

Woher kommen Bauernregeln?

Bauernregeln sind über Jahrhunderte weitergegebene Beobachtungen von Wetter, Natur und Ernte. Da die Landwirtschaft vom Wetter abhing, merkte man sich Zusammenhänge in kurzen, gereimten Sprüchen. Viele knüpfen an Heiligentage des Kirchenjahres an, die im Kalender jedes Jahr auf dasselbe Datum fallen.

Die gregorianische Kalenderreform von 1582 hat die Daten um zehn Tage verschoben. Regeln wie die zum Siebenschläfer (27. Juni) beziehen sich deshalb eigentlich auf Anfang Juli – und treffen dann statistisch erstaunlich oft zu. Alle Lostage und Feiertage im Monatsüberblick zeigt der Kalender.

Häufige Fragen

Was sind Lostage?
Lostage sind feste Tage im Bauernjahr, meist Namenstage von Heiligen, an denen man nach alter Überlieferung das Wetter der kommenden Wochen „losen“, also vorhersagen konnte. Viele Bauernregeln beziehen sich auf sie.

Stimmen Bauernregeln?
Einige Regeln beschreiben typische Wetterlagen recht gut, etwa die Schafskälte oder die oft stabile Wetterlage um den Siebenschläfer. Wegen der Kalenderreform von 1582 liegen die gemeinten Zeitpunkte heute teils rund zehn Tage später. Eine Wettervorhersage ersetzen sie nicht.

Was sind die Eisheiligen?
Die Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai (Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und die kalte Sophie) markieren nach der Bauernregel die letzten Frostnächte; danach werden frostempfindliche Pflanzen ins Freie gesetzt.